Wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.    

                                                                                                                                                                                                          (Joh 5,24)

Liebe Gemeindeglieder!

 

Welchen Filmstar würden Sie gerne einmal persönlich treffen? Es ist noch nicht lange her, da waren sie alle auf dem roten Teppich der Oscarverleihung zu sehen: Renée Zellweger, Joaquin Phoenix, Leonardo DiCaprio, Antonio Banderas; die wunderbare Scarlett Johansson. Für einen leidenschaftlichen Kinogänger wäre es schon spannend, die eine oder den anderen mal live zu erleben.

Wie sind die so - nicht auf der Leinwand, sondern als Menschen aus Fleisch und Blut, mir gegenüber im Gespräch? Diva oder netter Nachbar von nebenan? Und wie es wohl wäre, an der Seite eines echten Stars selbst einmal in einem Film mitzuwirken? Traumfabrik Hollywood. Ich habe viel Sympathie für die Welt der bewegten Bilder, weil ich glaube, dass sie auf ganz eigene Weise unsere Sehnsucht und Hoffnung, aber auch den Schmerz berühren.

Darin kommen sie dem sehr nah, was uns Menschen im Innersten ausmacht - auch unserem Glauben. Sicher, nicht alles ist wirklich filmreif, was wir als Zuschauer so zu sehen bekommen, aber das kennen wir ja aus dem richtigen Leben. Und so verknüpfen wir unsere eigenen Geschichten mit denen, die vor unseren Augen vorbeiziehen, tauchen ein in die Bilderwelt und finden uns plötzlich selbst mitten in der Handlung wieder.

Großartig, wenn das gelingt: Aus Zuschauern werden Mitwirkende. Das ist Oscar-würdig und ein sehr evangelischer Gedanke, gleich im doppelten Sinn: Das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus, macht aus Zuschauern Hauptdarsteller des Lebens: Menschen, die befreit sind, ihre Gaben zu entfalten und mit ihrer je eigenen Persönlichkeit zur Geschichte Gottes mit dieser Welt beizutragen. Davon lebt auch die evangelische Kirche: Sie baut auf Christinnen und Christen, die Kirche gestalten, ihre Ideen und Begabungen einbringen und Verantwortung übernehmen - nicht auf Zuschauer, nicht auf Statisten, sondern auf Akteure und Regisseure.

Am 1. März wird das Presbyterium in unserer Gemeinde neu gewählt. 4.250 Wahlberechtigte sind gefragt, mit ihrer Stimme die Frauen und Männer zu unterstützen, die in besonderer Weise Kirche mitgestalten wollen - „Gemeinde mit mir“, wie es im Motto zur Presbyteriumswahl 2020 heißt. Presbyterinnen und Presbyter entscheiden über Gebäude und Finanzen ihrer Gemeinde, über Personalplanung, Gottesdienstkonzepte, Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und Partnern in Kommunen, Kultur, Schulen und Vereinen.

Damit leisten sie einen ganz konkreten Beitrag zum Leben in ihrem Dorf, ihrer Stadt. Sie sind Mitwirkende, keine Zuschauer. Einen Oscar gibt es dafür in der Regel nicht. Etwas zu bewirken in Gemeinschaft mit anderen - das ist vielen Presbyterinnen und Presbytern wichtig und ihnen wert, ihre Zeit und Kraft einzusetzen. Dafür möchte ich schon heute all denen danken, die dieses Amt in den letzten vier Jahren ausgefüllt haben, und den „Neuen“ für ihre Bereitschaft zur Kandidatur.

Alle Wahlberechtigten bitte ich: Begleiten Sie die Presbyteriumswahl am 1. März nicht als Zuschauer, sondern als Mitwirkende! Unterstützen Sie die künftigen Akteure mit Ihrer Stimme!

 

Ihr Pfarrer Johannes Burgard

Geistlicher Impuls

An dieser Stelle finden Sie abwechselnd einen geistlichen Impuls

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