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Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief

 

Liebe Gemeinde,

spätestens Anfang Oktober füllen sich die Auslagen der Supermärkte mit Lebkuchen und Weihnachtsplätzchen. Den ganzen November über werben Postwurfsendungen für Kerzen und Lichterketten. Erste Produkte für das Festessen tauchen in den Angebotsheften auf. Meist beginnen in dieser Zeit auch die Planungen für Familienfeiern: Wer kommt an welchem Tag zu wem, wer wird wann besucht, wann holen wir unsere Verwandten aus dem Seniorenheim ab? Die kleinen Buden der Weihnachtsmärkte werden aufgebaut. Es riecht nach kandierten Mandeln und Glühwein, überall hört man Weihnachtslieder. Die Jagd nach Geschenken in den Fußgängerzonen und Altstädten beginnt, so wie jedes Jahr. Weihnachten kommt zwar immer schneller als gedacht, aber Weihnachten kommt jedes Jahr, darauf können wir uns verlassen.
Dieses Jahr ist anders als sonst.

Während ich dies schreibe, gelten in den Seniorenheimen strenge Auflagen für Besuch, Kontaktbeschränkungen sind in Kraft, Restaurants sind geschlossen, Weihnachtsmärkte abgesagt. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf einem Impfstoff, der ab 2021 flächendeckend verfügbar sein soll.

Fällt Weihnachten also dieses Jahr aus?
Der Engel Gottes ruft uns zu: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird!“ (Lk 2, 10). Er ruft es in die Nacht und in die Stille; die ersten, die seine Botschaft hören, sind Hirten, die nachts ihre Herden hüten. Der Engel ruft: Euch ist heute der Heiland geboren! Ihr erkennt ihn daran, dass er Windeln trägt und in einer Futterkrippe liegt, dass er als kleines Menschenkind geboren ist.

Das Wunder passiert: Gott wird Mensch, kommt uns nahe, selbst wenn ihn dabei das Stroh piekst. Er zeigt uns, dass er bei uns sein will, obgleich das neben Freude auch Schwäche und Leiden für ihn bedeutet, eben alles, was zum Menschsein dazu gehört.

Für uns ist der Heiland geboren, Gott kommt zu uns. Diese Gewissheit tragen wir seit Generationen mit uns, in Jahren mit lautem Jubel und in Jahren mit stiller Andacht, an Tagen, die dunkel waren, und an Tagen voller Licht.
Der Engel verkündet große Freude, weil sich Gott für uns in eine Krippe legt.
Aufgrund seiner Liebe zu uns wird es auch in diesem Jahr Weihnachten.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen
Ihre Pfarrerin
Anna-Christina Schmidt