Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief
Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“
(Off 21, 5)
Liebe Gemeinde,
der Seher Johannes, der uns dieses Wort Gottes in der Offenbarung überliefert, schreibt es für Menschen auf, die – ähnlich wie wir heute – von großen globalen Veränderungsprozessen durchgerüttelt werden. Solche Umbrüche, auch das erleben wir heute, machen oft Angst und verunsichern, zumal sie für viele Not und Leid mit sich bringen. All dem setzt Johannes seine Vision von einer neuen, besseren Welt entgegen, in der es kein Leid, keinen Schmerz, keinen Tod mehr gibt. Es geht also nicht darum, die Welt ein bisschen besser zu machen.
Wenn wirklich alles neu werden soll, bedeutet das eine radikale Transformation dieser Welt. Ich stelle es mir vor wie bei einer Raupe, die sich in
ihrem Kokon erst mal auflöst, bevor die neuen Schmetterlingszellen sie langsam aber sicher in einen Schmetterling verwandeln. Es ist ein
Prozess, der Hingabe erfordert und Bereitschaft, altes loszulassen, was nicht mehr mit der neuen Welt kompatibel ist, damit Raum für das Neue
entstehen kann. Blicken wir auf das Alte, kann uns dieser Prozess Angst machen. Johannes will uns aber keine Angst machen. Er will unseren
Blick auf das Neue lenken: Und plötzlich klingt der Satz ganz anders, viel weniger bedrohlich, vielmehr verheißungsvoll. Siehe, ich mache alles neu! Genau dort, wo unsere Welt zusammenbricht und wir vor den Trümmern stehen und nicht mehr weiterwissen – genau dort taucht Gott auf und eröffnet neue Perspektiven. Was für eine Verheißung!
Nicht nur für uns persönlich, nicht nur für unsere Gemeinde und die Renovierung unserer Kirche, die in diesem Jahr ansteht, sondern für die ganze Welt! Was kann da noch schief gehen?
Ihre Vertretungspfarrerin
Sonja Mitze